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Der Ritter aus Wiesberg

Eine Sage aus dem Paznaun

25.10.2019

Die Menschheit war schon immer fasziniert von Sagen, Märchen und Legenden. Mündliche Überlieferungen, kurze Erzählungen, fantastische, die Wirklichkeit übersteigende, Ereignisse. Was wahr ist und was nicht lässt sich heute zumeist nicht mehr herausfinden. Und doch erzählen wir diese Geschichten immer weiter – einfach nur um die Geschichten weiter leben zu lassen. 

 

Jeder Ort hat so seine eignen Sagen. So auch das Paznauntal. Und heute wollen wir euch eine von diesen Sagen näher bringen. Es geht um einen Ritter, welcher die Christen durch das ganze Tal gejagt hat, und am Ende dafür für immer bezahlen musste…

 

 

 

Beim Eingang ins Paznaun steht auf sonnigem Hügel die Festung Wiesberg. Dort residierte in grauer Vorzeit ein Ritter, und der war ein ziemlich übler Geselle: Er war ein Räuber, für jede Schandtat zu haben, auch, weil seine Festung uneinnehmbar war. Als verwegener Räuber war er unermesslich reich. Unter seine Burg ließ er deswegen ein langes Gewölbe in den Felsen brechen – für eine Kegelbahn, auf der er mit goldener Kugel und silbernen Kegeln spielte. Genau zu der Zeit, als der Wiesberger Ritter sein Unwesen trieb, waren überall im Land die ersten Apostel des neuen Christentums unterwegs. Über das Vintschgau und das Oberinntal brachten sie den neuen Glauben in die Gegend, doch der Ritter verhinderte, dass sich Christen im Paznaun ansiedelten. Grausam verfolgte er sie, noch grausamer ihre Priester. Und ganz besonders wild trieb er es in den Tagen und Nächten, die den Christen als Feiertage galten.


Als der böse Ritter starb und sein Leib in die Gruft getragen war, sollte sich das rächen. Als unseliger Geist soll er nächtelang weiter durch die Gänge und Hallen seiner Festung gestreift sein. Und manchmal bestieg er auch sein Totenpferd und ritt durchs Paznaun. Er verfolgte dabei Jäger und Wanderer, so lange, bis sie große Umwege machten um nicht in seine Nähe zu kommen. Nicht selten sieht man den wilden Ritter als feurige hohe Tanne im Wald brennen – aber immer nur in der Nacht. Sobald der Morgen anbricht zieht er wieder ins Schloss, steigt in die Tiefe und spielt mit seinen ebenfalls Untaten Rittern sein Kegelspiel. Er ist dabei so laut, dass man ihn an gewissen Stellen am Berg immer noch hören kann.

 

So erzählt man es jedenfalls.

Quelle: Deutsche Alpensagen. Gesammelt und herausgegeben von Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg, Wien 1861, Nr. 198.



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